3 Fragen an Minister Reul

zur Lage in NRW nach dem Starkregen

Portrait Minister Reul

Herr Minister, Sie haben sich am Montag (19.7.) in Erftstadt ein Bild von den Folgen des Unwetters gemacht. Welche Eindrücke haben Sie gewonnen?

Die Situationen der betroffenen Menschen sind wirklich immer noch dramatisch. Was ich den Betroffenen hier sagen möchte ist, dass sie nicht alleine sind, dass das ganze Land ihnen in dieser Situation beisteht. Wir sehen das daran, dass im Moment zahllose Hilfsangebote eingehen. Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist wirklich phänomenal.

Das sind Privatleute, kleine Firmen, mittelständische Unternehmen und Konzerne. Da werden Drohnen angeboten, schwere Geräte und Sandsäcke, Baumaschinen und Fahrzeuge, Unterkünfte. Jedes Angebot spendet Hoffnung und kann dort helfen, wo die Not am Größten ist. Deswegen möchte ich all diesen Menschen und Firmen von Herzen danken.

 

 

Wohin können sich Bürgerinnen und Bürger wenden, die helfen wollen?

Mein Ministerium hat eine Mailadresse eingerichtet, an die alle mit Hilfsangeboten schreiben können (hilfsangebote.unwetter[at]im.nrw.de). Wir leiten die Angebote weiter oder setzen uns mit den Spendern in Verbindung.

Es wird leider auch wieder Personen geben, die versuchen sich an dem Leid anderer zu bereichern. Wie ich höre, soll es „Personen aus dem rechtsextremistischen Bereich und der „Querdenken“-Szene geben, die in den sozialen Medien zu Spenden für die Opfer aufrufen. Das ist eine häufig genutzte Methode von Extremisten, mit vermeintlicher Hilfeleistung Anschluss an die Mitte der Gesellschaft zu finden. Mein Rat ist: Spenden an bekannte und bewährte Hilfsorganisationen. Dann kann man sicher sein, dass das Geld auch dort ankommt, wo es benötigt wird.

Welche Botschaft haben sie für die Menschen in den Krisengebieten?

Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich an die Bürgerinnen und Bürger im Krisengebiet wenden. Jeder  fühlt mit Ihnen, jeder hat Verständnis für Ihre Situation. Aber: Bitte gehen Sie keine Risiken ein, um Ihren Besitz zu schützen. Ich weiß, dass es da um Existenzen geht. Auch um Erinnerungen, um Ihr Hab und Gut! Nichts kann so wichtig sein, als dass Sie dafür Ihr Leben aufs Spiel setzen.

Wer trotz Warnung mittels Radio, Nina, Durchsagen und persönlicher Ansprache immer wieder ins Schadensgebiet zurückgekehrt oder es nicht verlässt, gefährdet nicht nur sich, sondern auch die Leben der Rettungskräfte. Wir alle müssen uns vor Augen führen: Es geht an manchen Orten in NRW im Moment nicht um Häuser, Autos oder Straßen. Es geht um Leben und Tod.