21.06.2021

Innenministerium trauert um Staatsminister a.D. Herbert Schnoor

Minister Reul: Herbert Schnoor hat sich als Politiker und Innenminister in herausragender Weise um unser Land verdient gemacht. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.

Das nordrhein-westfälische Innenministerium trauert um den ehemaligen Innenminister Herbert Schnoor. Der promovierte Jurist und Rechtsanwalt war am Sonntag (20. Juni 2021) im Alter von 94 Jahren in Werder (Havel) verstorben. Der SPD-Politiker war von 1980 bis 1995 Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen und hatte damit die längste Amtszeit in dieser Funktion. Von 1988 bis 1995 war er außerdem stellvertretender Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
 
Minister Herbert Reul zeigte sich tief betroffen vom Tod seines Amtsvorgängers: „Mit Herbert Schnoor ist ein großer Politiker verstorben, der sich in über 15 Jahren als Innenminister in herausragender Weise um dieses Land verdient gemacht hat.“ Der Schutz von Minderheiten und die Sicherheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen seien ihm echte Herzensanliegen gewesen. „Viele in meinem Ministerium, die ihn noch erlebt haben, sind heute sehr traurig. Meine Gedanken sind bei seiner Familie“, sagte Reul.
 
In Schnoors Amtszeit als Innenminister fielen einschneidende Ereignisse der jüngeren Geschichte Nordrhein-Westfalens, darunter auch solche von internationaler Bedeutung. Zu nennen sind hier insbesondere das Geiseldrama von Gladbeck im August 1988, in dessen Folge umfassende Reformen im Polizeibereich angestoßen wurden. In seine Amtszeit fiel auch der rechtsextremistische Mordanschlag in Solingen im Mai 1993.
 
Im Mai 1994 verabschiedete der nordrhein-westfälische Landtag auf Betreiben von Herbert Schnoor eine Reform der Kommunalverfassung.  Damit wurden die Bürgerbeteiligung gestärkt sowie die Ämter des hauptamtlichen Bürgermeisters und des hauptamtlichen Landrates eingeführt. Die sogenannte Doppelspitze aus Bürgermeister und Stadtdirektor wurde abgeschafft.
 
Herbert Schnoor schied im Juli 1995 als Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident aus der Landesregierung aus und zog sich im selben Jahr aus der Landespolitik zurück.