SICHERHEIT
FÜR NORDRHEIN-WESTFALEN

Kampfmittelbeseitigung bleibt in Nordrhein-Westfalen zentrale Sicherheitsaufgabe

11.05.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:
Mehr als 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Nordrhein-Westfalen weiterhin fast täglich Überreste der im Krieg eingesetzten Kampfmittel entdeckt. So blieb auch im Jahr 2025 die Kampfmittelbeseitigung eine zentrale Sicherheitsaufgabe. Die Experten der Kampfmittelbeseitigungsdienste haben im vergangenen Jahr 2.140 Bomben entdeckt und unschädlich gemacht (2024: 1.606). Dazu gehören neben Bomben ab einem Gewicht von 50 Kilogramm und mehr auch Nebel-, Brand-, Splitter- und kleinere Sprengbomben.

Innenminister Herbert Reul: „Blindgänger sind ein unsichtbares Risiko in unseren Böden und können auch mehr als 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg noch gefährlich sein. Evakuierungen oder Verkehrsumleitungen wegen einer Bombenentschärfung können für Bürgerinnen und Bürger zwar lästig sein – sie sind aber wichtig und richtig. Unsere Expertenteams arbeiten mit Hochdruck daran, jede gefundene Bombe, Granate und jedes Sprengmittel unschädlich zu machen. Dabei leisten sie täglich hochprofessionelle und oft gefährliche Arbeit, die großen Respekt und Dank verdient.“

Unter den Funden waren im vergangenen Jahr 282 Bomben mit einem Gewicht von 50 Kilogramm oder mehr (2024: 182). Davon wurden 19 Bomben am Fundort gesprengt. Auch wurden 52 sogenannte „Lochbomben“, Bomben ohne Bezünderung, sowie zehn Bomben mit einem chemisch-mechanischen Langzeitzünder entdeckt und unschädlich gemacht (2024: 2).

Die deutliche Zunahme gefundener Sprengbomben erklärt sich unter anderem durch ein erhöhtes Bauaufkommen sowie durch eine Räumstelle im Bereich der Bezirksregierung Arnsberg. Auf Teilbereichen des ehemaligen Wehrmachtsfliegerhorsts Störmede wurden neben weiteren Sprengmitteln 47 intakte und bezünderte Sprengbomben geborgen.

Die Arbeit des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ist präventiv ausgerichtet, da die „Blindgänger“ in der Regel bei der systematischen Suche der Experten von den Kampfmittelbeseitigungsdiensten entdeckt werden. Im Rahmen von Bautätigkeiten wurden die Kampfmittelbeseitigungsdienste im Jahr 2025 in 35.681 Fällen beteiligt (2024: 35.567). Diese Zahl setzt sich aus Anfragen zur Luftbildauswertung und weiterführenden Räumung vor Ort zusammen. Darüber hinaus werden häufig auch Zufallsfunde durch Dritte gemeldet. Im Jahr 2025 wurden landesweit 1.770 solche Zufallsfunde registriert und bearbeitet (2024: 1.526). Neben den Einsätzen im Bausektor werden die Kampfmittelbeseitigungsdienste zunehmend auch in Infrastrukturmaßnahmen eingebunden – etwa beim Breitbandausbau oder in Projekten des Energiesektors.

Spitzenreiter im Jahr 2025 war der Regierungsbezirk Köln. 12.161 Anträge haben die Kampfmittelbeseitigungsdienste bearbeitet, bei 3.104 Einsätzen waren sie vor Ort und haben 915 Kampfmittel gefunden.  

In Nordrhein-Westfalen arbeiten insgesamt 94 Frauen und Männer in der Kampfmittelbeseitigung, die bei den Bezirksregierungen in Düsseldorf und Arnsberg angesiedelt ist. Aus dem Landeshaushalt flossen 2025 knapp 27 Millionen Euro in die Kampfmittelbeseitigung. Dem gegenüber standen Erstattungen des Bundes an das Land Nordrhein-Westfalen für die Beseitigung ehemals reichseigener Munition auf nicht bundeseigenen Flächen in Höhe von ca. 1,05 Millionen Euro. 10,58 Millionen Euro der aufgewendeten Mittel flossen an Vertragsfirmen, die durch die beiden staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienste mit der Räumung beauftragt wurden. Weiter erhielten die Vertragsfirmen 1,55 Millionen Euro durch Drittaufträge, die vom Bund oder ehemaligen Bundesbehörden finanziert wurden.

Die Jahresstatistik zur Kampfmittelbeseitigung 2025 finden Sie hier.

 

Bei Bürgeranfragen wenden Sie sich bitte an: Telefon 0211 871-01.

Bei journalistischen Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums des Innern, Telefon 0211 871-1111.

Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw

Datenschutzhinweis betr. Soziale Medien