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Landesregierung bittet Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe – Dunkelfeldstudie startet

Kriminalstatistiken oder Strafverfahren sind Grundlage für die Arbeit von Polizei und Institutionen, die Opfern helfen. Doch sie können nur Straftaten berücksichtigen, die auch angezeigt werden. Die Zahlen zeigen an, dass die Kriminalität in Nordrhein-Westfalen zurückgegangen ist. Und doch gibt es Menschen, die sich unsicher fühlen.

 

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Statistik und Sicherheitsgefühl

Menschenmenge

 Die positiven Zahlen der aktuellen Kriminalstatistik werfen die Frage auf, warum sich dennoch Menschen nicht sicher fühlen. Wie groß ist das Dunkelfeld und welche Erfahrungen haben die Menschen in Nordrhein-Westfalen mit Gewalt gemacht? Zum ersten Mal wird daher eine repräsentative Befragung zu Gewalt und Sicherheit durchgeführt. Mitte September werden 60.000 zufällig ausgewählte Personen über 16 Jahren aus 81 Kommunen durch das Landeskriminalamt per Brief aufgefordert, sich daran zu beteiligen.

 

 

Wichtige Rückmeldungen

Für Minister Herbert Reul und Ministerin Ina Scharrenbach sind die Rückmeldungen über Gewalterfahrungen ein wesentlicher Beitrag, um Prävention und Opferschutz zu verbessern. Die Antworten von Betroffenen tragen dazu bei, dass diejenigen, die ermitteln und diejenigen, die den Betroffenen helfen, mehr wissen und dies für ihre Arbeit nutzen können.

 

Miniaturbild

„Sicherheit ist nicht nur ein Fakt, sondern auch ein Gefühl. Wir können nicht alles mit Zahlen und Fakten erfassen, sondern müssen auch darauf hören, was die Menschen empfinden. Deshalb wollen wir durch die Bürgerbefragung erfahren, wann und wie sich die Leute sicher fühlen, aber auch, wann sie sich eben nicht sicher gefühlt haben, vielleicht sogar Opfer von Gewalt geworden sind und sich nicht an die Polizei gewandt haben. Die Ergebnisse können uns am Ende helfen, das Dunkelfeld der Kriminalität zu erhellen und unsere Arbeit und die Sicherheit des Landes weiter zu verbessern.“

 

Ministerin Ina Scharrenbach

"Mit der Dunkelfeldstudie werden wir das bisher bekannte Bild zur Sicherheitslage, Präventionsarbeit und zum Opferschutz um ein wertvolles Mosaik ergänzen. Wir sind dabei auf die Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger angewiesen und bitten alle Befragten um Unterstützung. Mit ihren Antworten liefern sie einen wesentlichen Beitrag, um zukünftig die Sicherheits- und Präventionsarbeit in Nordrhein-Westfalen zu verbessern. Die Ergebnisse kommen der gesamten Bevölkerung in unserem Land zugute."

 

Die Themen

 

Frau im Tunnel

Themenfelder der Befragung sind u.a.

  • Kriminalitätseinstellungen und Sicherheitsgefühl

  • Häufigkeit von Gewalterfahrungen (physische Gewalt, psychische Gewalt, sexuelle Gewalt, partnerschaftliche Gewalt)

  • Erscheinungsformen und Entstehungszusammenhänge von Gewalt

  • Anzeigeverhalten von Gewaltopfern

  • Gesundheitliche und seelische Folgen für Gewaltopfer

  • Zufriedenheit mit Hilfeangeboten

Die Erfahrungen werden abgefragt unabhängig davon, ob die Straftat vom Opfer angezeigt wurde oder es eine Strafverfolgung gegeben hat.

Wer macht die Befragung?

Das Landeskriminalamt (LKA NRW) führt im Auftrag des Innenministeriums und des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung die Befragung durch. Durchgeführt wird diese dann durch das "Institut für angewandte Sozialwissenschaft - infas".

Mit den Ergebnissen wird Anfang 2020 gerechnet.