left

Aussteigerprogramme sind Kernelemente der Extremismus-Prävention. Sie ermöglichen Angehörigen extremistischer Szenen eine Rückkehr in die demokratische Gesellschaft und eine oftmals langjährige Begleitung dieses Weges.

Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen bietet Hilfe für den Ausstieg aus dem Linksextremismus an und richtet sich an zwei Personengruppen. Dies sind zum einen Personen aus der Szene des deutschen Linksextremismus Linksextremisten, beispielsweise Personen aus dem autonomen Spektrum oder der Antifa, und zum anderen Mitglieder auslandsbezogener linksextremistischer Gruppierungen wie beispielsweise der PKK oder der DHKP-C.

left greift bei der Arbeitsmethodik und Infrastruktur auf die Erfahrungen der bereits bestehenden Aussteigerprogramme des Verfassungsschutzes Spurwechsel und API zurück.

Das Programm verfolgt das Ziel, Ausstiegswillige auf ihrem Weg zurück in die demokratische Gesellschaft zu begleiten, und damit das extremistische Personenpotential zu reduzieren und mögliche einschlägige Straftaten zu verhindern. Ein wesentliches Element der Ausstiegsarbeit ist die Aufarbeitung der extremistischen Vergangenheit und Ideologie. In persönlichen Gesprächen werden Einstiegsprozesse beleuchtet und undemokratische Denkmuster hinterfragt.

Daneben ist die Stabilisierung der persönlichen Lebensverhältnisse ein weiteres wesentliches Element. Das Programm leistet Hilfestellung im Alltag wie z.B. Unterstützung bei der Wohnungssuche, Arbeitsplatzsuche oder eine Sucht- oder Schuldnerberatung – nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Voraussetzungen für eine Teilnahme am Programm sind Freiwilligkeit und ein klar formulierter Ausstiegswille. Speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten den Ausstieg. Sie verfügen über besonderes Fachwissen zur jeweiligen extremistischen Szene.

Die Teammitglieder verfügen über berufliche Vorerfahrungen und Kenntnisse aus den Bereichen Polizei, Verfassungsschutz, Justiz, Islam-, Rechts- und Politikwissenschaft sowie Psychologie, Pädagogik und Soziale Arbeit. Dies schafft eine Grundlage für passgenaue Methoden der Deradikalisierung und der sozialen Stabilisierung. So können beispielsweise eigens auf die jeweiligen Extremismen bezogene Anti-Aggressivitäts- und Anti-Gewalt-Trainings oder eine zielgerichtete Haftbetreuung angeboten werden.