06.05.2020

Reul entsetzt über Schüsse auf Polizisten bei Routinekontrolle

Minister Reul: „Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte über Gewalt.“

Minister Herbert Reul hat sich entsetzt über die Schüsse auf einen Polizeibeamten in Gevelsberg gezeigt. Während einer Verkehrskontrolle in der vergangenen Nacht hätte der Streifenpolizist hier beinahe sein Leben verloren. Unvermittelt hatte ein Mann mehrere Schüsse auf ihn und seinen Kollegen abgegeben. Einer der Schüsse traf den Beamten am Oberkörper. Wahrscheinlich rettete nur seine Schutzweste den 28-Jährigen. „Ich bin überglücklich, dass die Schutzausstattung der nordrhein-westfälischen Polizei genau das tut, was sie soll: Leben retten. Aber der Vorfall zeigt: Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte über Gewalt“, sagte Reul. Erst am vergangenen Mittwoch war ein ebenfalls 28-jähriger Polizeibeamter beim Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) in Gelsenkirchen ums Leben gekommen, nachdem auf ihn geschossen worden war. „Irgendwas ist verrutscht, dass Polizeibeamte inzwischen offenbar als vogelfrei gelten. Das fängt bereits bei kleinen Respektlosigkeiten im Alltag an und steigert sich dann zu solchen Angriffen wie heute Nacht in Gevelsberg“, so Reul.

Dem verletzten Beamten wünschte der Innenminister gute Besserung und viel Kraft bei der Verarbeitung dieses traumatischen Erlebnisses. „Der Beruf des Polizisten ist lebensgefährlich, das gilt nicht nur für Spezialeinheiten, sondern für jeden, der auf der Straße seinen Dienst verrichtet. Umso wichtiger ist es, alles zu tun, um diese Männer und Frauen, die für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger dieses Risiko jeden Tag eingehen, bestens zu schützen“, so Reul. Seit Mitte 2017 hat das Land Nordrhein-Westfalen insgesamt mehr als 40 Millionen Euro in die Schutzausstattung der Polizei investiert. Dafür wurden unter anderem die Schutzwesten verbessert und ballistische Helme für die Polizistinnen und Polizisten angeschafft.