Das Ministerium des Innern teilt mit:
Die Hochwasserkatastrophe im Jahr 2021 hat gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiger und gut vernetzter Katastrophenschutz ist. Nordrhein-Westfalen hat seitdem zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Vorsorge für künftige Krisen zu verbessern. Anlässlich des fünften Jahrestages der Hochwasserkatastrophe präsentierte Innenminister Herbert Reul am Montag, 13. Juli 2026, in Düsseldorf Fahrzeuge und Geräte für den Katastrophen- und Hochwasserschutz. Diese wurden als Konsequenz aus der Hochwasserkatastrophe angeschafft und durch die Landesverbände der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft und dem Deutschen Roten Kreuz Nordrhein sowie der Feuerwehr Oberhausen und dem Institut der Feuerwehr vorgestellt.
Innenminister Herbert Reul: „Fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe denken wir an die Menschen, die ihr Leben verloren haben. Gleichzeitig gilt unser Dank den Einsatzkräften sowie den vielen Helferinnen und Helfern, die sofort zur Stelle waren und Enormes geleistet haben. Die Folgen der Katastrophe sind bis heute spürbar. Sie sind der Grund, warum wir unseren Katastrophenschutz noch schlagkräftiger gemacht haben und weiter ausbauen. Die Strukturen sind heute klarer, die Zusammenarbeit ist enger, die Warnsysteme besser und wir investieren Millionen in Ausstattung und Einsatzmittel. Am Ende reicht Technik alleine aber nicht. Katastrophenschutz ist Teamwork. Nur wenn alle Hand in Hand arbeiten, funktioniert es im Ernstfall.“
Vorgestellt wurden unter anderem:
Water-Gate Wassersperre
Dabei handelt es sich um einen mobilen Schutzdamm, mit dem sich beispielsweise Tiefgaragen schützen lassen. Zehn solcher Wassersperren wurden angeschafft und auf die Regierungsbezirke verteilt, um den Einsatz regelmäßig üben zu können.
Geräteanhänger Strömungsrettung
Der für den Katastrophenschutz konzipierte Anhänger dient der schnellen Bereitstellung von Spezialgeräten zur Menschenrettung in Fließgewässern. Er beinhaltet neben einem motorisierten Schlauchboot insbesondere Seil- und Sicherungstechnik sowie medizinisches Material.
Hytrans Fire System
Das Hytrans Fire System (HFS) ist ein mobiles Hochleistungs-Wasserfördersystem. Es ist speziell für die Löschwasserversorgung über lange Wegstrecken (bis zu zwei Kilometer), aber auch für das Abpumpen von großen Wassermengen aus überfluteten Bereichen konzipiert.
Energiemodul
Beim Energiemodul handelt es sich um ein vom Land beschafftes mobiles Notstromaggregat mit sehr hoher Leistung. Es kann zum Beispiel bei Stromausfällen die Versorgung vieler Haushalte sicherstellen. Das Land verfügt über 23 einsatzbereite Energiemodule.
Außerdem wurden „Hochwasser-Pakete“ aus dem 2025 eingerichteten Katastrophenschutzlager des Landes präsentiert. Diese Pakete beinhalten zum Beispiel Pumpen, kleinere Stromaggregate sowie Sandsäcke und können von Städten und Kreisen im Bedarfsfall angefordert werden.
Mit einer Überflutungssimulation wurde auch der „Digitale Zwilling Gefahrenabwehr“ vorgeführt. Das Lage- und Planungssystem des Landes bildet die Realität in einer 3D-Karte ab. Behörden und Organisationen der Gefahrenabwehr können über das geschützte Intranet des Landes darauf zugreifen, um Einsätze besser vorzubereiten und durchzuführen.
Die Stärkung des Katastrophenschutzes ist Teil des 15-Punkte-Plans, den das Kompetenzteam Katastrophenschutz nach der Hochwasserkatastrophe 2021 vorgelegt hat. Ziel des Plans ist es, Nordrhein-Westfalen besser auf zukünftige Krisen und Extremwetterereignisse vorzubereiten. Ein Großteil der Empfehlungen konnte inzwischen umgesetzt werden.
„Ich habe erst vergangene Woche gemeinsam mit dem Kompetenzteam Katastrophenschutz den Umsetzungsstand des 15-Punkte-Plans besprochen. Wir waren uns einig, dass der Katastrophenschutz der Zukunft in Nordrhein-Westfalen auf einem guten Weg ist“, erklärte Minister Herbert Reul.
Die Landesregierung hat den Katastrophenschutz in den vergangenen Jahren mit erheblichen Investitionen gestärkt und modernisiert. Das Land investiert bis 2032 mindestens 225 Millionen Euro in die Beschaffung von Fahrzeugen und Ausstattungsgegenständen für den Brand- und Katastrophenschutz. Auch die vorgestellten Fahrzeuge und Geräte sind Teil dieser umfassenden Investitionen in den Katastrophenschutz.
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