Sitz/Verbreitung

Alle Regionen Nordrhein-Westfalens, Schwerpunkte in den Ballungszentren des Rheinlands und des Ruhrgebiets

Gründung/Bestehen

Ursprung salafistischer Bestrebungen: Historische islamische Strömungen vor allem Saudi-Arabiens und Ägyptens
Ursprung jihadistischer Bestrebungen: Mujahidin-Bewegung der 1980er Jahre in Afghanistan.
Nordrhein-Westfalen: ab etwa 2003 erste gezielte deutschsprachige Aktivitäten

Veröffentlichungen

Verbreitung der Ideologie über eigene Web-Angebote, Blogs und soziale Netzwerke, Informationsstände, Vereinsaktivitäten und Vortragsveranstaltungen beziehungsweise Seminare

Kurzportrait/Ziele

Der extremistische Salafismus teilt sich ideologisch in zwei Grundströmungen auf: eine politische und eine gewaltorientierte / jihadistische. Politische Salafisten vertreten eine anti-demokratische und damit verfassungsfeindliche Ideologie: Diese basiert auf religiösen Versatzstücken, die der islamischen Religion entlehnt sind. Sie streben die Errichtung eines vermeintlich „authentisch-islamischen Staatssystems" an. Ihre Hauptaktivität besteht in der Missionierungsarbeit und dem langfristigen Aufbau von Strukturen.
Gewaltorientierte Salafisten, die auch als Jihadisten bezeichnet werden können, stellen den Jihad im Sinne eines bewaffneten militärischen Kampfes in den Mittelpunkt ihrer Ideologie. Sie sind gewillt, ihre Vision von einem „islamischen Staat" auch mit Waffengewalt umzusetzen.
Der Übergang zwischen den beiden ideologischen Strömungen ist fließend.

Finanzierung

Kriminalität, Spenden (teilweise aus dem Ausland), wirtschaftliche Betätigung

Grund der Beobachtung/Verfassungsfeindlichkeit

Anhänger der extremistisch-salafistischen Szene verstehen die islamische Religion als Ideologie und die Scharia als gottgegebenes Ordnungs- und Herrschaftssystem. Dieser Ideologie folgend wird Demokratie in ihren Augen als eine falsche „Religion" und die Teilnahme an Wahlen somit als ein „Götzendienst" angesehen. Es gilt das Prinzip der „göttlichen Souveränität": Gesetze können der salafistischen Ideologie folgend nur von Gott ausgehen, aber niemals vom einem gewählten Gesetzgeber gemacht werden. Die Volkssouveränität als wesentliches Element der Demokratie westlicher Prägung sei demnach unvereinbar mit dem extremistischen Salafismus. Die Ideologie propagiert eine Lösung aller gesellschaftlichen Probleme durch die uneingeschränkte Anwendung von Koran und Sunna (prophetische Tradition). Hierzu zählt die konsequente und buchstabengetreue Anwendung der „Scharia" nach salafistischer Auslegung (in diesem Sinn ein ganzheitliches Regelwerk, dass alle Aspekte des Lebens eines Muslims umfasst).

Die Umsetzung der beschriebenen Vorschriften umfasst auch das Privatleben: So wird eine rigide Trennung von Mann und Frau nicht nur in der Moschee, sondern insgesamt im öffentlichen Raum gefordert. Eine gemeinsame schulische Erziehung von Jungen und Mädchen ebenso wie die Berufstätigkeit von Frauen wird grundsätzlich abgelehnt. Frauen sind diesem Wertebild zufolge nominell gleichwertig, aber nicht gleichberechtigt.

Darüber hinaus propagieren gewaltorientierte Salafisten offen den „Jihad" im Sinne eines bewaffneten Kampfes und „Märtyrertums". Mit der Ablehnung der Demokratie und der pluralen und offenen Gesellschaft widerspricht die salafistische Ideologie somit in wesentlichen Aspekten der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

Aus der ablehnenden und offen feindseligen Haltung gegenüber der übrigen Gesellschaft und der teilweise hohen Gewaltaffinität resultiert ein großes Konfliktpotenzial, welches das friedliche gesellschaftliche Zusammenleben gefährdet.

Extremistische und jihadistische Propaganda hat in der Vergangenheit vielfach Radikalisierungsprozesse gefördert. Es geht insbesondere von gewaltorientierten Salafisten eine tatsächliche Gefährdung für die innere Sicherheit in Deutschland aus. Sie sind bereit, zur Umsetzung ihrer Ziele auch in Deutschland schwerste Gewalttaten und Anschläge zu verüben und schrecken auch vor vielfachem Mord nicht zurück.

Ihre Utopie eines „islamischen Staates" steht in diametralem Widerspruch zur politischen und gesellschaftlichen Ordnung in Deutschland und Europa.