Sitz/Verbreitung

Zentrale: Adana (Türkei)

Deutschland: Zentren in Dortmund und Hamburg

Gründung/Bestehen

1994 – Gründung der Furkan Vakfi (Furkan Stiftung) in der Türkei, in NRW seit etwa 2011 vertreten
2015 – Gründung des Furkan Kultur- und Bildungszentrums e.V. in Dortmund

Veröffentlichungen

Zeitschrift Furkan Nesli Dergisi (Magazin der Generation Furkan)
Verbreitung von Inhalten über die eigene Internetpräsenz, über Videoplattformen und in sozialen Netzwerken

Kurzportrait/Ziele

Die Furkan Stiftung für Bildung und Dienstleistungen (Furkan Eğitim ve Hizmet Vakfi) wurde durch den türkischen Bauingenieur Alparslan Kuytul gegründet. Er ist bis heute ihre charismatische Führungsfigur. Die Organisation verfolgt das Ziel, eine „Islamische Zivilisation" (Islam Medeniyet) zu begründen, die wesentlich durch das islamische Recht geprägt sein soll und im Widerspruch zu sämtlichen anderen Zivilisationsmodellen stehe. Zur Umsetzung bemüht sich die Bewegung um die Ausbildung und Schulung einer „Vorreiter Generation" (Öncü Nesil). Sie soll als gesellschaftliche Avantgarde auf das Ziel hinwirken.

Finanzierung

Mitgliedsbeiträge, Spenden, Eintrittsgelder, Erlöse aus Veranstaltungen

Grund der Beobachtung/Verfassungsfeindlichkeit

Die Anhänger der Furkan-Gemeinschaft orientieren sich auch in Deutschland vor allem an den Lehren Alparslan Kuytuls, der in den Medienangeboten der Bewegung omnipräsent ist. Sein zentrales Anliegen ist die Rückkehr zu einer „Islamischen Zivilisation". Diese soll sich ausschließlich an Koran und Sunna (prophetische Tradition) orientieren und Gott das ihm zustehende Recht zur Herrschaft einräumen. Dieses Religionsverständnis kollidiert mit bestehenden Strukturen staatlicher Ordnung. Die Furkan-Gemeinschaft geht davon aus, dass die Demokratie die Rechte Allahs vereinahme, und die Teilhabe am politischen Prozess zu Kompromissen zwinge, die im Widerspruch zu Gottes Gesetzen stünden. Sie dürften keinesfalls eingegangen werden. Aus dieser Auffassung resultiert eine prinzipielle Ablehnung der Demokratie, die sich auch im Verbot der Teilnahme an Wahlen widerspiegelt, während zugleich der „Westen" zum Feindbild stilisiert wird.

Als religiöse Erneuerungs-Bewegung richtet sich die Furkan-Gemeinschaft zunächst vor allem an Muslime. Sie ruft diese dazu auf, ihren Glauben aktiv zu leben und aus einer religiösen Motivation heraus als „Vorreiter-Generation" zu wirken, indem sie auf die Verwirklichung der „Islamischen Zivilisation" hinarbeiten. Zu diesem Zweck solle nicht nur das Wissen über die Religion vertieft werden, sondern es sollen auch modernste wissenschaftliche Erkenntnisse geläufig sein.

Den Einsatz von Gewalt verneint Kuytul nicht prinzipiell, schließt ihn zum jetzigen Zeitpunkt jedoch aus. Ihm erscheine die Anwendung von Gewalt im Augenblick lediglich für die Befreiung „muslimischer Länder" gerechtfertigt.

Als Bewegung, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richtet, unterliegt die Furkan-Gemeinschaft nach § 3 Abs.1 Nr. 1 VSG NRW der Beobachtung durch den Verfassungsschutz.