Rettungsmaßnahmen bei einem Zugunglück
© Monika Corsten Feuerwehrfotografie - Bilderzoom Aachen

Grenzenloser Einsatz

Sie kommen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Rund 450 Einsatzkräfte aus dem Katastrophenschutz haben gemeinsam am Aachener Westbahnhof den Ernstfall geprobt - ein Zugunglück unter sehr realistischen Bedingungen.

Leute rennen durcheinander, auf dem Boden liegen Verletzte, Panik bricht aus. Rettungskräfte verschaffen sich einen Überblick, versorgen die Menschen, bringen sie in Sicherheit. Aus einem Kesselwagen sind gefährliche Stoffe ausgetreten. Er droht, in Brand zu geraten.
Dieses Szenario ist zum Glück nur eine Übung. Am Beispiel eines Zugunglücks haben Rettungskräfte aus drei Ländern gemeinsam ihre grenzüberschreitenden Konzepte erprobt. Organisiert wurde die lange vorbereitete Übung von der Euregio Maas-Rhein Einsatz und Krisenbewältigung (EMRIC).

Bei Rangierarbeiten im Aachener Westbahnhof ist ein Güterzug mit einem Personenzug zusammengestoßen. Dadurch wurden etwa 40 Menschen zum Teil schwer verletzt. Durch die Kollision wurde außerdem ein Kesselwagen mit gefährlichen Stoffen und Gütern so stark beschädigt, dass dieser Leck geschlagen hat und ein nicht näher identifizierter Stoff in die Umwelt austritt.

Alle Räder müssen ineinander greifen

In einer solchen Situation ist es wichtig, dass alle Räder ineinander greifen. Deshalb haben sich Einheiten aus der gesamten Region „Euregio Maas-Rhein“ an der Übung beteiligt. Einsatzkräfte aus Belgien und den Niederlanden waren ebenso eingebunden wie Einheiten der Feuerwehr Aachen, der Städteregion Aachen, des Kreises Heinsberg, des Technischen Hilfswerks Aachen, der Landes- und Bundespolizei und natürlich der Deutschen Bahn.

Damit das Szenario für die Einsatzkräfte so realistisch wie möglich aussah, haben Spezialisten des Universitätsklinikums Aachen die Darsteller der Verletzten täuschend echt geschminkt.

Luftaufnahmen liefern optimalen Überblick

Viele Verletzte und eine noch drohende Gefahr – Da sind ein guter Überblick und eine strukturierte Organisation enorm wichtig. Auch das wurde geübt. Durch die Hubschrauber der Bundespolizei wurden Luftaufnahmen von der Unglücksstelle gefertigt und direkt an die euregionale Einsatzleitung übertragen.

Wegen der chemischen Stoffe, die bei dem Unfall ausgetreten sind, haben die Einsatzkräfte auch geprobt, einen Dekontaminationsplatz aufzubauen. Außerdem haben Spezialkräfte der überörtlichen Messeinheiten während des gesamten Übungsverlaufes verschiedene Messpunkte in der Region angefahren.

Die festgestellten Messwerte wurden dann zur Auswertung und Erstellung eines Lagebildes an die technische Einsatzleitung übermittelt. So könnte die Bevölkerung im Ernstfall rechtzeitig vor einer möglichen Luftbelastung gewarnt werden.

Ergebnisse fließen in die Katastrophenschutzkonzepte des Landes ein

Das NRW-Innenministerium, vertreten durch den Inspekteur für Brand- und Katastrophenschutz, hat die Übung begleitet. Nach der Auswertung werden die Erkenntnisse in die Evaluierung der Katastrophenschutzkonzepte des Landes einfließen.