Feuerwehrleute im Einsatz

Zahlen, Daten und Fakten zur Gefahrenabwehr

Wie oft sind die Feuerwehrleute in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr ausgerückt? Wie viele Frauen arbeiten bei der Feuerwehr? Und wie viele Menschen wurden aus Notlagen befreit? Diese und andere spannende Zahlen finden Sie in der Jahresstatistik zur Gefahrenabwehr.

Mehr als 1,8 Millionen Mal sind die Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr ausgerückt. Die Jahresstatistik zur Gefahrenabwehr fasst jedes Jahr die wichtigsten Zahlen rund um Feuerwehreinsätze, Brandschutz und Rettungsdienste in Nordrhein-Westfalen zusammen. Ermittelt werden die Daten von den 22 kreisfreien Städten, einer Städteregion und 30 Kreisen mit 374 Städten und Gemeinden.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick:

1 Die Feuerwehren in NRW

Der Brandschutz in Nordrhein-Westfalen wurde in 2017 wahrgenommen von:

  • 30 Berufsfeuerwehren mit 9.863 Beamtinnen und Beamten im Einsatzdienst und 1.220 Beschäftigten im Fachbereich,
  • 396 Freiwilligen Feuerwehren mit 82.554 ehrenamtlichen Angehörigen sowie 4.494 hauptamtlichen Kräften im Einsatzdienst und 783 Beschäftigten im Fachbereich
  • 82 Werkfeuerwehren (ohne Bergbau) mit 5.190 Angehörigen,
  •    4 anerkannten Betriebsfeuerwehren mit 112 Kräften.

Die Gesamtzahl der aktiven Angehörigen der Feuerwehren im Land Nordrhein-Westfalen - einschließlich der 21.379 Mitglieder der Jugendfeuerwehren und der 1.911 Mitglieder der Kinderfeuerwehren – betrug 120.201. Hinzu kommen 2.003 Beschäftigte im Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz.

Die Anzahl der weiblichen Angehörigen der öffentlichen Feuerwehren betrug 10.529,
141 Frauen bei Berufsfeuerwehren, 6.010 Frauen bei Freiwilligen Feuerwehren, 3.815 Mädchen bei Jugendfeuerwehren und 563 Mädchen bei den Kinderfeuerwehren. Bei den Werkfeuerwehren waren 162 Frauen tätig und bei den anerkannten Betriebsfeuerwehren 2.

Die durch die Kommunen als Träger der Aufgaben für den Brandschutz und die Hilfeleistung gemeldeten Aufwendungen betrugen im Jahr 2017 für Personal-, Sach- und Investitionskosten 1.163.721.454 Euro.

Aus der Feuerschutzsteuer wurden als Investitionspauschale Zuwendungen in Höhe von 35.620.000 Euro durch das Land Nordrhein-Westfalen an die Kommunen weitergeleitet.

Im Brandschutz, der Hilfeleistung und dem Katastrophenschutz wurden im Jahr 2017 insgesamt 2.370 Angehörige der öffentlichen Feuerwehren im Einsatzdienst verletzt. Es gab 1 tödlichen Unfall.

Zur Würdigung von Verdiensten auf dem Gebiet des Brandschutzes, der Hilfeleistung und des Katastrophenschutzes wurden im Kalenderjahr 2017 durch den Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen 3.690 Ehrenzeichen an Angehörige der Feuerwehren und die im Katastrophenschutz Tätigen verliehen:

  • in 2.075 Fällen das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber,
  • in 1.598 Fällen das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold,
  • in 11 Fällen das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold mit Goldkranz,
  • in 6 Fällen das Brand- und Katastrophenschutz-Verdienst-Ehrenzeichen in Silber und
  • in 1 Fall das Brand- und Katastrophenschutz-Verdienst-Ehrenzeichen in Gold.

2 Abwehrender Brandschutz

2.1  Brandeinsätze

Vom 01. Januar bis 31. Dezember 2017 wurden die öffentlichen Feuerwehren (das sind die Berufsfeuerwehren und die Freiwilligen Feuerwehren) in Nordrhein-Westfalen zur Bekämpfung von insgesamt 38.738 Bränden und Explosionen eingesetzt.

2.2  Brandobjekte

  •     30,67 %    der Brände entstanden in Wohngebäuden,
  •     10,72 %    in Gewerbeobjekten,
  •       1,24 %    in landwirtschaftlichen Anwesen und
  •       2,35 %    in Verwaltungsobjekten,
  •       5,15 %    waren Wald- und Wiesenbrände,
  •       8,19 %    der Brände waren Brände an Fahrzeugen,
  •       4,97 %    der Brände entstanden in Pflege- und Betreuungseinrichtungen,
  •     36,71 %    waren sonstige Brandstellen.

3 Technische Hilfeleistungen

Die Feuerwehren haben außerdem 124.757 technische Hilfeleistungen durchgeführt.
Hierbei wurden in

  • 30.045 Fällen Menschen und in
  • 8.755 Fällen Tiere aus Notlagen befreit.

In der Gesamtzahl der Hilfeleistungen sind unter anderem weiterhin enthalten:

  •      474    Betriebsunfälle
  • 14.490    Verkehrsunfälle und Verkehrsstörungen,
  • 24.390    Unfälle mit gefährlichen Stoffen und Gütern,
  • 17.631    Wasser- und Sturmschäden.

4 Rettungsdiensteinsätze

Im Jahre 2017 haben die öffentlichen Feuerwehren des Landes Nordrhein-Westfalen im Rettungsdienst insgesamt 1.465.036 Notfalleinsätze und Krankentransporte durchgeführt.

Im Einzelnen:

 

1.110.169 Notfalleinsätze
332.193 Allgemeine Krankentransporte
22.674 Infektionstransporte

 

5 Vorbeugender Brandschutz

5.1  Brandschutztechnische Stellungnahmen zu Bauvorhaben

Im vorbeugenden Brandschutz wurden von den Brandschutzdienststellen Stellungnahmen zu 35.256 Bauvorhaben abgegeben.

47,36 % dieser Stellungnahmen haben die Berufsfeuerwehren, 21,4 % die Freiwilligen Feuerwehren und 31,24 % die Brandschutzingenieure der Kreise erarbeitet.

Die Gutachten erstreckten sich auf Bauvorhaben von Industrie- und Gewerbebetrieben (26,26 %), Verkaufs- und Verwaltungsgebäuden (10,48 %), Hotels, Heimen, Krankenhäusern und Schulen (15,19 %), Versammlungs-, Ausstellungs- und Hochhausobjekten (7,38 %) sowie auf Wohngebäude, Garagen, landwirtschaftliche Anwesen und Sonderobjekte wie z. B. große Verkehrsanlagen (40,68 %).

5.2  Brandverhütungsschau

Im Rahmen der Brandverhütungsschauen wurden 23.717 Gebäude und Einrichtungen überprüft, die wegen ihrer Beschaffenheit, Verwendung oder Lage in erhöhtem Maße zu Bränden Anlass geben könnten, oder in denen im Brandfall eine große Zahl an Personen gefährdet sein würde.

37,96 % dieser Überprüfungen haben die Berufsfeuerwehren, 23,78 % die Freiwilligen Feuerwehren, 2,88 % die Werkfeuerwehren, 7,84 % die Brandschutzingenieure der Kreise und 27,53 % die Brandschutztechniker der Gemeinden durchgeführt.

25,72 % der Überprüfungen betrafen Industrie- und Gewerbebetriebe, 10,98 % Verkaufs- und Verwaltungsgebäude, 25,8 % Hotels, Heime, Krankenhäuser und Schulen, 12,29 % Versammlungs-, Ausstellungs- und Hochhausobjekte sowie 25,21 % Garagen und Sonderobjekte.

6 Werkfeuerwehren

1.852 Brandeinsätze
7.725 Technische Hilfeleistungen
Rettungsdiensteinsätze:  
8.852 Notfalleinsätze
4.419 Krankentransporte