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Bundesweiter erster Verkehrsversuch für mehr Sicherheit von Kradfahrern wird ausgeweitet

16.03.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:

Mit einem Aktionstag in Heimbach im Kreis Düren haben Innenminister Herbert Reul und Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer am Sonntag, 15. März 2026, offiziell die Motorradsaison 2026 eröffnet. Gemeinsam mit der NRW Initiative - #sicherimStraßenverkehr und zahlreichen Netzwerkpartnern warben sie für mehr Rücksicht, Sicherheit und Verantwortung auf zwei Rädern.

Innenminister Herbert Reul erklärte: „Motorradfahren ist Leidenschaft, aber auch Risiko. Keine Knautschzone, hohe Geschwindigkeit: Ein kleiner Fehler kann schlimme Folgen haben. Wer mit Köpfchen fährt, trägt gute Schutzkleidung, ist sichtbar und kommt sicher an. Gerade nach der Winterpause müssen sich Mensch und Maschine wieder fahrbereit machen. Ich wünsche allen Kradfahrern gute Fahrt und sicheres Ankommen.“

Um die Sicherheit auf beliebten Biker-Strecken zu erhöhen, will das Land seinen bundesweit einzigartigen Verkehrsversuch ausweiten: 2023 wurden auf der kurvenreichen „Panoramastraße“ (L218) im Kreis Düren ellipsenförmigen Fahrbahnmarkierungen erprobt. Sie sollen Motorradfahrende zu einer sicheren Fahrlinie führen und verhindern, dass sie beim Schneiden der Kurve in den Gegenverkehr geraten – eine häufige Ursache für schwere Unfälle.

Verkehrsminister Oliver Krischer: „Diese Maßnahme hat sich bewährt. Deshalb weiten wir den Versuch jetzt auf den Kreis Euskirchen aus und machen Druck auf den Bund, diese Möglichkeit zur Markierung in die Straßenverkehrsordnung aufzunehmen, damit sie bundesweit angewendet werden kann. Von den positiven Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen sollen alle Länder profitieren. 

Wissenschaftliche Auswertungen an der L218 zeigen, dass die Fahrlinie entlang des gesicherten Bereichs doppelt so oft gefahren wurde wie vor der Anbringung. Damit sinkt die Kollisionsgefahr und es werden geringere Kurvengeschwindigkeiten gemessen. Aufgrund dieser Erfahrungen weitet das Verkehrsministerium den Versuch nun auf zwei weitere Strecken im Kreis Euskirchen aus – an der B 266 in Schleiden und an der L 234 in Bad Münstereifel. Beide Strecken sind kurvenreich und werden von Bikern stark genutzt. Auch dort ist eine wissenschaftliche Begleitung durch das Institut für Straßenwesen der RWTH Aachen geplant.

Auf dem Aktionstag am Sonntag in Heimbach informierten Polizei, Verkehrswacht, ADAC, DEKRA, das Institut für Zweiradsicherheit, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr sowie weitere Partner über Sicherheit, Technik und Prävention. Innenminister Reul und Minister Krischer überreichten zudem neuen Organisationen die Beitrittsurkunden zur NRW Initiative - #sicherimStraßenverkehr. Der Kreis Düren und die Eifel zählen zu den beliebtesten Motorradregionen des Landes. Mit dem gemeinsamen Auftakt unterstrichen beide Ministerien die Bedeutung der Zusammenarbeit von Innen- und Umweltressort bei Verkehrssicherheit und Lärmminderung.

Aus der aktuellen Unfallbilanz geht hervor, dass im Jahr 2025 in Nordrhein-Westfalen 45 Motorradfahrende bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. 2024 waren es 86. Das entspricht einem Rückgang von über 47 Prozent und ist der niedrigste Wert im Zehnjahresvergleich. Zugleich stieg die Zahl der Leichtverletzten um 18 Prozent, bei den Schwerverletzten verzeichnet die Polizei einen leichten Anstieg um rund 3 Prozent. Rund 35 Prozent aller Unfälle waren Alleinunfälle, bei denen der Fahrer oder die Fahrerin ohne Beteiligung anderer Personen die Kontrolle über die Maschine verlor.

12.03.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:

Stephan Zenker wird neuer Polizeipräsident in Mönchengladbach. Der 55-Jährige hat das vorangegangene Auswahlverfahren für sich entschieden. Seine neue Position wird er voraussichtlich Ende März in Mönchengladbach antreten. Zenker folgt damit auf Mathis Wiesselmann, der im Dezember 2023 in den Ruhestand getreten ist.

Innenminister Herbert Reul erklärt: „Stephan Zenker ist ein ausgewiesener Experte der Polizei Nordrhein‑Westfalen. Mit ihm übernimmt ein erfahrener Kenner unserer Organisation die Leitung in Mönchengladbach. Er kennt die polizeiliche Arbeit an der Basis ebenso wie die strategische Steuerung aus dem Innenministerium. Seine breite Erfahrung von den Dienststellen über das Landeskriminalamt bis hin zur operativen Gefahrenabwehr sowie zur Aus‑ und Fortbildung, ist eine hervorragende Grundlage, um die Polizei Mönchengladbach in herausfordernden Zeiten sicher und verantwortungsvoll zu führen.“

Stephan Zenker ist Leitender Polizeidirektor und stammt aus Linnich im Kreis Düren. Seit 1990 steht er im Dienst der Polizei Nordrhein-Westfalen. Nach Verwendungen bei der Polizei Neuss und im Landeskriminalamt übernahm er 2011 bei der Polizei Aachen die Leitung des Polizeilichen Staatsschutzes. 2014 folgte der Wechsel in das Innenministerium, wo er seither verschiedene Führungspositionen in der Polizeiabteilung wahrnimmt. In dieser Zeit war er maßgeblich an der Entwicklung der neuen Führungsstrategie der Polizei Nordrhein-Westfalen beteiligt. Seit 2023 leitet er das Referat Aus- und Fortbildung der Polizei im Ministerium.

Mit der Ernennung übernimmt er die Leitung des Polizeipräsidiums Mönchengladbach mit rund 840 Beschäftigten.

 

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11.03.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:

Weniger Getötete, mehr Drogen am Steuer und immer mehr verbotene Autorennen: Diese Entwicklungen prägen die Verkehrsunfallbilanz 2025 für Nordrhein Westfalen. Innenminister Herbert Reul stellte am Mittwoch, 11. März 2026, in Düsseldorf die aktuellen Zahlen zum Verkehrsgeschehen vor. Rund 656.000 Verkehrsunfälle und etwa 80.500 Verletzte wurden im vergangenen Jahr registriert. 479 Menschen sind im Straßenverkehr ums Leben gekommen (2024: 485). Es wurden deutlich mehr verunglückte Kinder und Jugendliche auf E-Scootern erfasst. Zudem wurde ein neuer Höchststand bei Unfällen unter Drogeneinfluss – vor allem mit Cannabis – registriert. Die Zahl der Toten infolge verbotener Kraftfahrzeugrennen ist so hoch wie noch nie seit Einführung des Straftatbestands.

Minister Reul: „Es sind in den seltensten Fällen ‚unglückliche Umstände‘, die zu Unfällen führen, sondern menschliche Fehler – ein kurzer Moment Unachtsamkeit, ein Griff zum Handy, Alkohol oder schlicht Rücksichtslosigkeit. Jeder Verletzte, jeder Tote im Straßenverkehr ist einer zu viel. Wer Drogen am Steuer und PS Rennen in der Innenstadt einfach hinnimmt, der spielt mit Menschenleben. Auch E-Scooter sind kein Spielzeug, darum haben Kinder darauf nichts verloren. Bei jeder Fahrt und in jedem Verkehrsmittel müssen Vorsicht und Umsicht mitfahren.“

Zentrale Unfallzahlen 2025 
2025 hat die Polizei 656.030 Verkehrsunfälle auf den Straßen in Nordrhein Westfalen registriert – rund 11.000 mehr als im Jahr davor. Dabei sind 81.231 Menschen verletzt oder getötet worden. Rund 70.500 Menschen wurden leicht, rund 10.000 schwer verletzt. 479 Menschen haben ihr Leben verloren – sechs weniger als im Vorjahr.

Verkehr wird dichter, vielfältiger, riskanter
Der Minister wies darauf hin, dass sich der Straßenverkehr deutlich verändert habe: „Er wird dichter, vielfältiger und damit komplexer.“ Heute teilen sich Autos, Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder, E Scooter, Motorräder und Fußgänger oft denselben, engen Raum. Neue Straßen und Wege kommen dagegen kaum hinzu. „Wo mehr Verkehr auf gleich viel Raum trifft, entstehen neue Konflikte – und diese Konflikte schlagen sich in den Unfallzahlen nieder“, so Reul.

Kinder auf Pedelecs: Hohe Zuwächse
Besonders ins Auge fällt der Bereich Radverkehr. Mittlerweile entfallen rund 34 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden auf Fahrräder oder Pedelecs – also mehr als jeder dritte Unfall. 106 Menschen sind dabei im vergangenen Jahr ums Leben gekommen – die höchste Zahl im Zehnjahresvergleich.

Auffällig ist ein hoher Anteil von Alleinunfällen. Kommt es zu Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern, sind Radfahrerinnen und Radfahrer häufig nicht die Verursacher: In rund zwei Dritteln der Fälle liegt die Hauptursache beim anderen Verkehrsteilnehmer, etwa wegen Vorfahrtsverstößen, Fehlern beim Abbiegen oder beim Einfahren in den fließenden Verkehr. „Hier würde es oft schon helfen, sich vor der Weiterfahrt einen Moment Zeit zu nehmen, den Kopf zu drehen und sich einen Überblick über die Verkehrssituation zu verschaffen“, sagte Reul.

Stark nach oben gegangen sind die Unfallzahlen bei Kindern und Jugendlichen auf dem Pedelec. Die stärksten prozentualen Anstiege verzeichnet die Bilanz bei den unter 14-Jährigen und den 15  bis 17 Jährigen. „Pedelecs sind längst kein ‚Seniorenfahrzeug‘ mehr“, so Reul. „Wer mit dem Pedelec unterwegs ist, erreicht Geschwindigkeiten, die er vom klassischen Fahrrad nicht gewohnt ist. Das verändert Fahrdynamik, Bremswege und Reaktionszeiten – und das muss man beherrschen.“

E Scooter: Viele Verletzte, viele Kinder betroffen
Deutlich zugenommen haben auch Unfälle mit E Scootern. „E Scooter gehören inzwischen fest zum Straßenbild“, sagte Reul. 2025 sind rund 3.900 Menschen mit einem E Scooter verunglückt – getötet oder verletzt –, ein Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 96 Prozent der polizeilich erfassten E Scooter Unfälle gab es einen Personenschaden.

Rund 30 Prozent der Unfälle sind Alleinunfälle. Bei den Verursacherquoten hält sich das Bild die Waage: In etwa der Hälfte der Fälle liegt die Hauptursache beim E Scooter Fahrer, in der anderen Hälfte beim anderen Verkehrsteilnehmer. Wenn E Scooter Fahrerinnen und -Fahrer den Unfall verursachen, sind typische Ursachen Alkohol, die falsche Fahrbahn oder unangepasste Geschwindigkeit.

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Kindern: 566 unter 14-Jährige sind im vergangenen Jahr mit einem E Scooter verunglückt – ein Anstieg von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Ich erinnere daran: E Scooter dürfen erst ab 14 Jahren gefahren werden. Ein E Scooter ist kein Spielzeug. Er ist ein Kraftfahrzeug. Wer damit unterwegs ist, bewegt sich mitten im Straßenverkehr – mit allen Regeln und Risiken,“ mahnt Reul

Verbotene Kfz Rennen: Höchststand bei Fällen und Toten
Ein weiterer Schwerpunkt der Bilanz sind verbotene Kraftfahrzeugrennen. Seit 2017 gibt es dafür einen eigenen Straftatbestand. 2025 hat die Polizei in Nordrhein Westfalen 2.384 verbotene Kfz Rennen registriert – der höchste Stand seit Beginn der Statistik. In 663 Fällen kam es infolge solcher Rennen zu Verkehrsunfällen. 19 Menschen sind im vergangenen Jahr nach verbotenen Kraftfahrzeugrennen ums Leben gekommen – so viele wie noch nie seit Einführung des Straftatbestands. „Wer unsere Straßen zur Rennstrecke macht, begeht keine Ordnungswidrigkeit. Er begeht eine Straftat“, stellte Reul klar.

Die Polizei schöpft alle Möglichkeiten aus, um diese Taten nachzuweisen und hat die Ermittlungsarbeit intensiviert. Unfälle werden von Spezialisten der Verkehrsunfallaufnahmeteams analysiert, Fahrzeugdaten aus Blackbox, Multimediasystem und Handy werden ausgelesen. „Wer sein Fahrzeug im Straßenverkehr wie eine Waffe benutzt, setzt Menschenleben aufs Spiel – und seine eigene Zukunft gleich mit: Führerschein weg, Auto weg und, wenn Menschen zu Schaden kommen, mehrjährige Freiheitsstrafen“, so der Minister.

Rückgang der getöteten Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer
Die Zahl der getöteten Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer ist deutlich gesunken. 45 Menschen kamen 2025 bei Motorradunfällen ums Leben, im Vorjahr waren es noch 86 – ein Rückgang von über 47 Prozent und der niedrigste Stand im Zehnjahresvergleich. Gleichzeitig zeigt die Bilanz: Die Zahl der Leichtverletzten ist um 18 Prozent gestiegen, bei den Schwerverletzten gibt es einen leichten Anstieg von gut 3 Prozent. Rund 35 Prozent der Unfälle sind Alleinunfälle, bei denen der Fahrer ohne Beteiligung anderer die Kontrolle verliert; kommt es zu Kollisionen, liegt in 62 Prozent der Fälle die Hauptursache beim anderen Verkehrsteilnehmer. 
Innenminister Reul appellierte deshalb: „Motorradfahren ist Leidenschaft, aber es bleibt riskant: hohe Geschwindigkeiten, keine Knautschzone – ein kleiner Fehler kann reichen. Fahren Sie mit Köpfchen, tragen Sie gute und gut sichtbare Schutzkleidung und gönnen Sie sich nach der Winterpause ein Fahr- und Sicherheitstraining. Und alle anderen sollten mit Motorrädern rechnen – sie sind schnell, schmal und werden noch immer zu oft übersehen.“

Alkohol, Drogen und Cannabis
Große Sorge bereitet Reul auch die Entwicklung bei Unfällen unter Alkohol  und Drogeneinfluss. 2025 haben sich 4.404 Unfälle unter Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln ereignet. Den größten Anteil hat Alkohol mit 3.274 Unfällen, 1.130 Unfälle gehen auf andere berauschende Mittel zurück. Hier wiederum hat Cannabis mit 506 Unfällen den größten Anteil – ein Zuwachs um 23 Prozent und der höchste jemals erfasste Wert. Die Polizei hat 2025 so viele Verkehrsteilnehmer unter Drogeneinfluss festgestellt wie noch nie. In rund 25.000 Fällen gab es Hinweise auf Drogenkonsum und eine Blutprobe – ohne dass es bereits zu einem Unfall gekommen war.

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Innenminister Herbert Reul: Wir haben aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelernt.

10.03.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:

Die Landesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Novellierung des Gesetzes über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) beschlossen.

Ziel ist es, Strukturen zu modernisieren, Leistungsfähigkeiten zu optimieren, Abläufe zu vereinfachen und die Einsatzbereitschaft in Katastrophenfällen und bei Brandereignissen weiter zu verbessern.

Das Gesetz stammt in seiner bisherigen Fassung aus dem Jahr 2016 und wurde seitdem nur punktuell geändert. Mit der Reform reagiert die Landesregierung auf neue Herausforderungen wie Extremwetter, komplexe Schadenslagen und Erfahrungen aus dem Hochwasser 2021. Grundlage vieler Änderungen ist der Bericht „Katastrophenschutz der Zukunft“, der durch das vom Minister des Innern berufene Kompetenzteam Katastrophenschutz erarbeitet wurde. Zudem fließen weitere Erfahrungen aus der praktischen Handhabung des Gesetzes ein.

Innenminister Herbert Reul:
„Wir haben aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelernt. Mit der Reform schaffen wir jetzt endlich klare Strukturen, stärken den Katastrophenschutz und modernisieren gleichzeitig den Brandschutz. Ziel ist ein System, das in Krisen schnell, zuverlässig und kompetent hilft - Land, Kreise und Kommunen Hand in Hand.“

Katastrophenschutz: Strukturen stärken und besser vernetzen

Angesichts zunehmender Extremwetterlagen wird der Katastrophenschutz grundlegend weiterentwickelt. Eine zentrale Landesstelle für Katastrophenschutz wird erstmals gesetzlich verankert. Zudem wird das Land verpflichtet, ein Katastrophenschutzlager vorzuhalten, damit im Ernstfall wichtige Materialien schnell verfügbar sind. Das Land erstellt zudem zukünftig einen Landeskatastrophenschutzbedarfsplan und einen Rahmenwarnplan.

Auch auf kommunaler Ebene werden Strukturen geschärft. Künftig sollen Beginn und Ende eines Katastrophenfalls ausdrücklich festgestellt werden. Darüber hinaus werden Instrumente wie die Katastrophenschutzbedarfsplanung und eine kommunale Warnplanung im Gesetz verankert, um eine gezielte Vorbereitung auf mögliche Schadenslagen vor Ort zu gewährleisten. Auch die interkommunale Zusammenarbeit wird gestärkt.

Für Landräte, Oberbürgermeisterinnen und Bürgermeister wird eine neue Pflichtfortbildung eingeführt: Innerhalb des ersten Amtsjahres sollen sie sich im Katastrophenschutz schulen lassen, um im Ernstfall sicher entscheiden zu können.

Brandschutz wird modernisiert

Neben dem Katastrophenschutz wird auch der Brandschutz an neue Anforderungen angepasst. Die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren soll sich künftig stärker an den tatsächlichen örtlichen Verhältnissen orientieren. Dabei kommt der Brandschutzbedarfsplanung eine zentrale Rolle zu.

Gleichzeitig werden Verfahren für die Kommunen vereinfacht. Bislang brauchten kreisangehörige Gemeinden eine Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung, wenn sie in ihrem Brandschutzbedarfsplan kein hauptamtliches Personal für die Aufgabenwahrnehmung vorgesehen haben. Künftig reicht eine Vorlage bei der nächsthöheren Aufsichtsbehörde aus – eine Genehmigung ist nicht mehr erforderlich. Dadurch wird das Verfahren für Städte und Gemeinden deutlich verschlankt.

Auch die Regelungen zu Werkfeuerwehren werden weiterentwickelt und flexibler gestaltet. Künftig sollen Betreiber von Industrieparks stärker einbezogen werden können. Genehmigungsverfahren sollen gebündelt und damit beschleunigt werden.

Leitstellen und Digitalisierung

Das Gesetz stellt zudem sicher, dass Nordrhein-Westfalen auch künftig über leistungsfähige und moderne Leitstellen verfügt. Diese sollen verstärkt die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um Einsätze schneller und effizienter zu koordinieren. Zudem sollen die kommunalen Aufgabenträger die einheitliche Leitstelle für den Brandschutz, den Katastrophenschutz und das Rettungswesen gemeinsam betreiben können.

Ehrenamt bleibt tragende Säule

Ein zentrales Element des Brand- und Katastrophenschutzes in Nordrhein-Westfalen ist das Ehrenamt. Die überwiegende Zahl der Einsatzkräfte engagiert sich freiwillig in den Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Der Gesetzentwurf sieht deshalb vor, die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement weiter zu verbessern und die Bedeutung dieses Einsatzes ausdrücklich zu stärken.
 

10.03.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:

Innenminister Herbert Reul hat für Mittwoch, den 11. März 2026, aus Anlass des Gedenktages für die Opfer terroristischer Gewalt für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterliegen, Trauerbeflaggung angeordnet.

Minister Reul: „Der 11. März erinnert uns daran, dass terroristische Gewalt keine abstrakte Bedrohung ist, sondern Menschen trifft. Und zwar mitten in ihrem Alltag, mitten in unserer offenen Gesellschaft. Von einem Moment auf den anderen kann aus Normalität Angst und Schrecken werden. Wir trauern um die Opfer dieser schrecklichen Anschläge, stehen an der Seite ihrer Angehörigen und würdigen alle, die in solchen Situationen helfen und schützen. Mit der Trauerbeflaggung senden wir in Zeiten zunehmender Radikalisierung und extremistischer Gewalt ein klares Signal: Der Rechtsstaat schützt, wehrt sich und lässt sich von Terror nicht einschüchtern.“

Minister Reul: Wir müssen unser Warnsystem auf Herz und Nieren prüfen

09.03.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:

Am Donnerstag, 12. März, findet wieder der landesweite Warntag statt. Um 11.00 Uhr heulen die rund 6.500 Sirenen im Land, die Handys schlagen Alarm, aus Lautsprechern ertönen Ansagen und auch in den sozialen Medien und auf digitalen Warntafeln erscheinen Warnmeldungen. Diese Probe dient der Sensibilisierung der Bevölkerung, der Überprüfung und Optimierung der Warnprozesse und testet das Zusammenspiel der verschiedenen Warnmittel.

Durch das Modulare Warnsystem (MoWaS) werden Meldungen über Cell Broadcast (automatisches Versenden von Warnungen an Mobilfunkgeräte) und die Warn-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) ausgelöst. Außerdem werden Warnmeldungen über Hörfunk, Fernsehen, digitale Stadtinformationstafeln sowie weitere angeschlossene Medien verbreitet. Parallel hierzu werden die Sirenen durch die Leitstellen vor Ort aktiviert. Der Bund als Betreiber des Modularen Warnsystems ermöglicht erstmals die Aussendung einer Entwarnung über Cell Broadcast und kommt damit einer Anforderung von Nordrhein-Westfalen nach.

Innenminister Herbert Reul: „Mit dem Probealarm wollen wir unser Warnsystem auf Herz und Nieren prüfen. Nur so finden wir heraus, ob es zuverlässig funktioniert und wo wir vielleicht noch nachbessern müssen. Gleichzeitig möchten wir die Bevölkerung für das Thema Warnung sensibilisieren. Nur, wenn die Menschen Sirenentöne richtig einordnen können, wissen sie im Notfall was zu tun ist.“

In diesem Jahr steht das Thema „Selbstschutz“ im Mittelpunkt. Ob Stromausfall, Sturm oder extreme Hitze – Krisen können vielfältig sein und jeden treffen. Deshalb ist es nicht nur wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger wissen, wie sie sich im Ernstfall verhalten müssen, sondern auch, wie sie sich vorbereiten können. Wer vorsorgt, kann im Notfall ruhiger handeln und sich und anderen besser helfen.

Das Innenministerium hat dazu gemeinsam mit anerkannten Hilfsorganisationen im Brand- und Katastrophenschutz den Ratgeber „Selbstschutztipps für den Katastrophenfall“ entwickelt. Er bietet praktische Hinweise, wie man sich für verschiedene Krisensituationen wappnen kann.

Der landesweite Probealarm wurde 2018 von Innenminister Herbert Reul eingeführt und findet seitdem regelmäßig am zweiten Donnerstag im März statt. Er soll nicht nur Warnsysteme testen, sondern auch daran erinnern, dass Feuerwehr und Rettungsdienst im Land rund um die Uhr einsatzbereit sind, um Menschen und Sachwerte zu schützen.

Der Guide „Selbstschutztipps für den Katastrophenfall ist hier abrufbar: https://www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/versio-nen_selbstschutzguide.

 

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06.03.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:
Die Polizei Nordrhein-Westfalen erinnert am 7. März an die Polizistinnen und Polizisten, die im Dienst ihr Leben verloren haben. Landesweit gedenken die Polizeibehörden der getöteten Kolleginnen und Kollegen. Zu diesem Anlass versammeln sich am Montag vor dem Innenministerium in Düsseldorf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses sowie Vertreterinnen und Vertreter der Polizei zu einer Schweigeminute.

Innenminister Herbert Reul: „Hinter jeder Uniform steht ein Mensch mit Familie, mit Freundinnen und Freunden, mit einem Leben jenseits des Dienstes. Wer bei der Polizei arbeitet, entscheidet sich Tag für Tag, für unsere Sicherheit vor die Gefahr zu treten - im Zweifel unter Einsatz der eigenen Gesundheit und des eigenen Lebens. Die Kolleginnen und Kollegen, die nicht mehr nach Hause zurückgekehrt sind, hinterlassen eine Lücke, die nichts und niemand schließen kann. Sie fehlen ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden, ihren Teams jeden Tag. Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl, unser aufrichtiger Dank und unser stilles Gedenken. Angriffe, Hass und Hetze gegen diejenigen, die uns schützen, dürfen in einem Rechtsstaat niemals Platz haben.“

Inspekteur der Polizei Dirk Hulverscheidt: „In der aktuell angespannten und unsicheren geopolitischen Lage wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger mehr denn je Sicherheit, Schutz und Verlässlichkeit. Wenn Polizistinnen und Polizisten, die für diese Grundbedürfnisse tagtäglich einstehen, im Dienst angegangen, verletzt oder gar getötet werden, ist dies ein Angriff auf uns alle – und nicht zuletzt auch auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Solche Übergriffe können und werden wir niemals tolerieren.“

Landeskriminaldirektor Peter Mosch: „Polizeiarbeit bedeutet gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen - auch, wenn Situationen unübersichtlich, belastend oder sogar gefährlich sind. Polizistinnen und Polizisten helfen anderen, die sich selber nicht helfen können. Wir erinnern heute an Kolleginnen und Kollegen, die im Dienst ihr Leben verloren haben. Ihr Tod bleibt immer Teil unserer Polizeigeschichte und ist zugleich Auftrag für Gegenwart und Zukunft: wachsam zu bleiben - auch füreinander. Dieses ehrende Andenken werden wir den verstorbenen Kolleginnen und Kollegen bewahren.“

Seit 2020 findet jährlich am 7. März der von Interpol ins Leben gerufene Gedenktag für im Dienst verstorbene Polizistinnen und Polizisten (International Day of Remembrance for Fallen Officers) statt. Zu diesem Anlass hat das Innenministerium für alle Polizeidienststellen des Landes Halbmastbeflaggung angeordnet. In Nordrhein-Westfalen unterstützt die Polizeistiftung NRW unter anderem Angehörige von im Dienst getöteten Kolleginnen und Kollegen.

 


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03.03.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:

Andreas Bollenbach wird neuer Polizeipräsident in Aachen. Das hat die Landesregierung auf Vorschlag von Innenminister Herbert Reul am Dienstag, 3. März 2026, beschlossen. Der 61-Jährige folgt damit auf Dirk Weinspach, der im Herbst 2023 in den Ruhestand getreten ist.

Innenminister Herbert Reul erklärt: „Andreas Bollenbach bringt alles mit, was es für das anspruchsvolle Amt des Polizeipräsidenten in Aachen braucht. Er ist ein ausgewiesener Kriminalist, kennt die Region, die Menschen und die Arbeit der Polizei aus dem Effeff. Mit seiner Erfahrung, Umsicht und Führungsstärke ist er ein echtes Pfund für die Sicherheit in der StädteRegion Aachen.“

Andreas Bollenbach ist derzeit stellvertretender Polizeipräsident im Polizeipräsidium Aachen, wo er die Direktion Kriminalität leitet. Seit rund vier Jahrzehnten gehört er der nordrhein-westfälischen Polizei an. In dieser Zeit war er in verschiedenen Führungspositionen unter anderem in Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen sowie bei der Polizeibehörde Heinsberg tätig.

Andreas Bollenbach wird die neue Position voraussichtlich Ende März antreten. Mit der Ernennung übernimmt er die Leitung des Polizeipräsidiums Aachen mit rund 2.300 Beschäftigten.

 

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02.03.2026

Das Ministerium des Innern teilt mit:

Nordrhein-Westfalen ist insgesamt wieder etwas sicherer geworden. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2025 hervor, die Minister des Innern Herbert Reul am Montag, 2. März 2026, vorgestellt hat. Die Polizei hat landesweit im vergangenen Jahr rund 1,36 Millionen Straftaten (2024: 1,4 Millionen) erfasst. Das ist ein Rückgang um drei Prozent zum Vorjahr (-41.680). Insgesamt konnten 53,7 Prozent aller Fälle (rund 729.000) aufgeklärt werden. Aus der Statistik geht auch hervor, dass insbesondere Gewalttaten, Diebstahl und Einbruch rückläufig sind. Auch die Kinder- und Jugendkriminalität ist leicht gesunken. Gleichzeitig wurden mehr Sexualstraftaten sowie mehr Tötungsdelikte erfasst. Insgesamt sind 2025 mehr als 324.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen Opfer einer Straftat geworden.

Minister Herbert Reul: „In Nordrhein-Westfalen lebt es sich wieder ein Stück sicherer. Das ist eine gute Nachricht. In einem Land mit über 18 Millionen Menschen und mit mehr Großstädten als nirgends sonst, wird es immer Kriminalität geben. Aber im Vergleich zu 2016 stehen wir heute deutlich besser da. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer Entscheidungen und harter Arbeit. Sicherheit entsteht nicht auf dem Reißbrett in Ministeriumsstuben, sondern auf den Straßen, in den Wachen und bei der Kripo. Also da, wo unsere Polizistinnen und Polizisten jeden Tag die Ärmel hochkrempeln und anpacken. Dafür sage ich Danke.“

Die Gewaltdelikte sind im Jahr 2025 um 1,8 Prozent auf rund 159.000 Fälle zurückgegangen. Ein Großteil davon entfällt auf einfache Körperverletzungen mit knapp 105.000 Fällen. Insgesamt wurden rund 39.000 Fälle der gefährlichen und schweren Körperverletzung erfasst (-3,1 Prozent). Die Aufklärungsquote bei den Gewaltdelikten liegt bei 84 Prozent. Bei der Straßenkriminalität ist die Entwicklung ähnlich: Die Polizei registrierte etwa 308.000 Fälle und damit ein Minus von vier Prozent gegenüber dem Jahr 2024 mit rund 322.000 Fällen. Die Zahl der Raubdelikte sank um 6,4 Prozent auf rund 11.000 Fälle und liegt damit deutlich unter dem Niveau von 2016.

Die Messerkriminalität bleibt trotz eines leichten Rückgangs ein Dauerthema. Im Jahr 2025 kam in fast 7.200 Fällen ein Messer als Tatmittel zum Einsatz. Das ist ein Rückgang um etwa 1,5 Prozent im Vergleich zu 2024. In der Statistik 2024 war noch ein Anstieg von rund 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr registriert worden. Die Polizei erfasste im Jahr 2025 rund 9.000 Opfer von Messertaten. 49 Menschen wurden durch Messerangriffe getötet. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 508 Fälle von Mord und Totschlag und damit 29 Fälle mehr als 2024. 348 dieser Taten blieben Versuche, 130 Menschen sind verstorben. 93 Prozent aller Fälle von Mord und Totschlag wurden aufgeklärt. Der Anstieg bei diesen Fällen insgesamt ist auf den Anstieg der Fälle von rund 12 Prozent bei Totschlag zurückzuführen, während 4 Prozent weniger Mordfälle im Vergleich zum Vorjahr erfasst wurden. Es wurden sechs Menschen (52) weniger ermordert als im Jahr 2024 (58).

Minister Reul erklärt: „Unsere Straßen und Plätze sind sicherer geworden. Bei Gewaltdelikten sehen wir eine leichte Entspannung, aber keinen Grund aufzuatmen. Bei Mord und Totschlag gilt: Jede Tat ist eine zu viel. Fast alle Fälle werden aufgeklärt, doch das Leid der Hinterbliebenen bleibt. Auch bei der Messerkriminalität gebe ich keine Entwarnung. Ein Messer ist kein Statussymbol, sondern eine Waffe. Und Waffen gehören nicht in die Hosentasche.“

Im Jahr 2025 wurden rund 500.000 Diebstähle erfasst, was etwa 37 Prozent aller Straftaten entspricht. Beim Ladendiebstahl verzeichnete die Polizei ein Minus von acht Prozent auf etwa 92.000 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Deliktsbereich bei über 90 Prozent, weil Täterinnen und Täter häufig direkt im Laden auffallen. Beim Wohnungseinbruch zeigt sich erstmals seit dem Jahr 2021 wieder ein rückläufiger Trend. Die Zahl der Fälle ging um drei Prozent auf rund 27.500 zurück. Im Jahr 2016 lag die Zahl noch bei mehr als 52.000 Fällen. Beim Taschendiebstahl ist ein Rückgang um elf Prozent zu verzeichnen, was etwa 4.400 Fällen weniger zum Vorjahr entspricht.  

Minister Reul erklärt: „Ein Drittel aller Straftaten sind Diebstähle und trotzdem gehen Einbruch und Stehlen zurück. Mehr Homeoffice, bessere Sicherungstechnik und gestiegene Aufmerksamkeit für die eigenen Wertsachen machen es Tätern spürbar schwerer.“

Die Polizei konnte insgesamt rund 479.000 Tatverdächtige ermitteln, was einem Rückgang um drei Prozent entspricht. Etwa 460.000 Tatverdächtige wurden bei den Straftaten ohne auslän-derrechtliche Verstöße erfasst. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen an den Tatverdächtigen insgesamt – bei Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße – ist ebenfalls gesunken. Er liegt aber mit rund 35 Prozent (163.000) weiterhin deutlich über deren Bevölkerungsanteil von etwa 16 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Besonders hoch ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei Mord und Totschlag mit rund 50 Prozent, beim Raub mit 48 Prozent, beim Wohnungseinbruch mit 50 Prozent sowie beim Ladendiebstahl mit 49,5 Prozent.

Minister Reul erklärt: „Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger ist leicht gesunken, liegt aber weiter deutlich über ihrem Bevölkerungsanteil. Wer dauerhaft hier lebt, muss nach unseren Regeln spielen. Wer das nicht kann oder will, spürt die volle Härte unseres Rechtsstaates.”

Bei der Kinder- und Jugendkriminalität zeigen die Zahlen einen leichten Rückgang bei den Fällen unter Beteiligung mindestens einer tatverdächtigen Person unter 21 Jahren (-7 Prozent). Im Jahr 2025 waren mehr als 21.000 Kinder tatverdächtig, das sind etwa 0,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bei den Jugendlichen verzeichnet die Statistik einen deutlichen Rückgang: Rund 40.000 Jugendliche waren tatverdächtig, fast acht Prozent weniger als 2024 mit 44.000 Tatverdächtigen. Häufig geht es um Ladendiebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Beleidigung.

Minister Reul betont: „Das zweite Jahr in Folge sinken die Zahlen bei Kinder- und Jugendkriminalität. Das ist kein Grund zum Aufatmen. Wir sehen immer wieder schwere Gewalttaten von sehr jungen Menschen. Wenn sich Familie, Schule und Gesellschaft nicht kümmern, kümmert sich irgendwann die Polizei. Und dann ist es meist zu spät.“

Gestiegen sind die Sexualdelikte. Die Zahl der registrierten Fälle nahm um 5,2 Prozent zu. Im Vergleich zu 2019 haben sich die Fallzahlen von damals rund 15.000 auf heute über 32.000 mehr als verdoppelt. Die Zahl der Vergewaltigungen stieg um 8,5 Prozent. Im Jahr 2025 wurden 3.784 Menschen Opfer dieser Taten. Rund ein Drittel der Vergewaltigungen geschah innerhalb von Ehe oder Partnerschaft. Die Polizei klärte vier von fünf Fällen auf. Die registrierten Fälle häuslicher Gewalt sind im Jahr 2025 leicht um 0,8 Prozent gestiegen, auf rund 62.000 Taten. 59 Menschen starben durch Gewalt ihres Partners oder eines Familienmitglieds.

Minister Reul: „Bei den Sexualdelikten sehen wir eine Entwicklung, die niemand wegdiskutieren kann. Es passiert mehr, aber es wird auch mehr angezeigt. Was früher verschwiegen wurde, wird heute gemeldet, und das ist gut so. Ein Übergriff ist kein Missverständnis und kein Flirt. Ein Übergriff ist ein Übergriff. Niemand muss so etwas ertragen.”

Im Bereich sexueller Missbrauch von Kindern setzt sich ein Anstieg fort. Die Polizei registrierte ein Plus von 2,7 Prozent auf mehr als 4.500 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt bei etwa 83 Prozent. Auch die Fallzahlen bei Kinderpornografie steigen weiter. In diesem Deliktsfeld verzeichnete die Polizei ein Plus von neun Prozent auf mehr als 9.800 Fälle. Im Sechs-Jahres-Vergleich haben sich die Zahlen verdoppelt. Besorgniserregend ist der Blick auf die Tatverdächtigen: Von rund 7.700 ermittelten Personen waren mehr als 20 Prozent Kinder und rund 22 Prozent Jugendliche.

Minister Reul sagt: „Beim sexuellen Missbrauch von Kindern und bei Kinderpornografie steigen die Zahlen weiter. Das ist zutiefst besorgniserregend, aber in Teilen auch erklärbar. Wir haben viel Personal in die Ermittlungen gesteckt, arbeiten eng mit den USA zusammen und nutzen die gesetzlichen Möglichkeiten bei Künstlicher Intelligenz, damit diese Taten überhaupt ans Licht kommen. Wer in diesem Bereich tief wühlt, findet auch mehr. Gleichzeitig sehen wir Kinder und Jugendliche unter den Tatverdächtigen, die Videos weiterleiten, weil alle das machen oder weil sie besonders mutig sein wollen. Vielen ist nicht klar, dass sie sich damit strafbar machen. Wir müssen unsere Kinder medienkompetent machen oder den Zugang zu solchen Sachen beschränken. Zusehen ist keine Option.“

In der Rauschgiftkriminalität ist insgesamt ein Rückgang zu verzeichnen, insbesondere im Bereich Cannabis nach der gesetzlichen Neuregelung im April 2024. Im Jahr 2025 wurden nur noch rund 35.000 Fälle von Rauschgiftkriminalität erfasst, ein Minus von 28 Prozent. Gegenläufig ist die Entwicklung bei Kokain einschließlich Crack. Hier registrierte die Polizei ein Plus von 17 Prozent auf etwa 7.500 Fälle. Im Acht-Jahres-Vergleich entspricht dies einem Anstieg von mehr als 80 Prozent.

Auch im Bereich Cybercrime sind die Zahlen rückläufig: Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 55.000 Inlands- und Auslandstaten registriert, ein Rückgang um rund sechs Prozent. Meist handelt es sich um Computerbetrug, Datenklau oder Manipulationen im Netz. Die bekannte Schadenssumme liegt bei rund 100 Millionen Euro. Entgegen der rückläufigen Entwicklung im Bereich Cybercrime, bleibt die Anzahl der rund 100.000 Straftaten mit dem Tatmittel Internet, also beispielsweise der „klassische“ Betrug im Internet, weitestgehend unverändert.

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